Asiatische Hornisse im Landkreis Donau-Ries nachgewiesen – was jetzt wichtig ist

Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) hat den Landkreis Donau-Ries erreicht. Laut Infoschreiben des Kreisverbands der Imker Donau-Ries wurde am 4. Mai 2026 erstmals ein Einzeltier im Landkreis Donau-Ries nachgewiesen. Bereits einen Tag zuvor gab es einen Fund bei Steinheim im Landkreis Dillingen. Damit ist klar: Die invasive Hornissenart ist nun auch in unserer Region angekommen.

Für Gartenfreunde, Imker, Land- und Forstwirte sowie alle Menschen, die viel draußen unterwegs sind, ist jetzt Aufmerksamkeit gefragt. Ziel ist es, mögliche Nester frühzeitig zu entdecken und die Ausbreitung möglichst einzudämmen.

Warum ist die Asiatische Hornisse problematisch?

Die Asiatische Hornisse stammt ursprünglich aus Südostasien und breitet sich seit einigen Jahren in Europa aus. In Bayern wird ihre Ausbreitung seit 2022 beobachtet. Sie gilt als invasive Art und kann vor allem für Honigbienen, andere Insekten sowie Obst- und Weinbau problematisch werden.

Besonders kritisch ist ihr Jagdverhalten: Die Asiatische Hornisse kann Bienenvölker erheblich schwächen. Für Imkereien bedeutet das ein zusätzliches Risiko, vor allem dann, wenn sich unbemerkt Nester in der Nähe entwickeln. Auch im Garten- und Obstbau kann sie auffallen, da sie unter anderem reifes Obst und Weintrauben als Nahrung nutzt.

Ist die Asiatische Hornisse für Menschen gefährlich?

Für Menschen ist die Asiatische Hornisse grundsätzlich nicht besonders gefährlich. Wichtig ist jedoch: Wie andere Wespen- und Hornissenarten verteidigt sie ihr Nest, wenn sie sich bedroht fühlt. Deshalb sollte man niemals versuchen, ein Nest selbst zu entfernen oder direkt daran zu hantieren.

Wer ein verdächtiges Tier oder ein Nest entdeckt, sollte Abstand halten, möglichst ein Foto machen und den Fund melden.

Woran erkennt man die Asiatische Hornisse?

Die Asiatische Hornisse ist überwiegend dunkel bis schwarz gefärbt und unterscheidet sich dadurch deutlich von der heimischen Europäischen Hornisse.

Typische Merkmale der Asiatischen Hornisse sind:

  • überwiegend schwarze Grundfärbung
  • gelbe Beinenden
  • schwarzer Hinterleib mit gelber Binde und orangefarbenem Ende
  • Größe: Königin bis etwa 3 cm, Arbeiterinnen etwa 1,7 bis 2,4 cm
  • nicht nachtaktiv

Das Nest befindet sich im Frühjahr häufig an geschützten Stellen. Später im Jahr werden die Nester meist freihängend in Baumkronen gebaut.

Unterschied zur Europäischen Hornisse

Die heimische Europäische Hornisse ist geschützt und darf nicht bekämpft werden. Eine sichere Unterscheidung ist deshalb besonders wichtig.

Die Europäische Hornisse hat meist einen blassgelben Hinterleib mit schwarzen Streifen, eine gelbe Kopfvorderseite, eine rotbraune Kopfoberseite sowie rotbraune Brust und Beine. Außerdem ist sie auch nachts flugaktiv. Ihre Nester befinden sich fast immer in Hohlräumen.

Die Asiatische Hornisse dagegen wirkt insgesamt deutlich dunkler. Ihr Nest ist oft elliptisch geformt, etwa 60 bis 100 cm groß und befindet sich meist freihängend in größerer Höhe, bevorzugt in Baumkronen von Laubbäumen. Der Eingang liegt überwiegend seitlich; unten ist das Nest geschlossen.

Was tun bei einer Sichtung?

Wer eine Asiatische Hornisse oder ein verdächtiges Nest entdeckt, sollte:

  1. Abstand halten.
  2. Nicht nach dem Tier schlagen.
  3. Kein Nest eigenständig entfernen.
  4. Wenn möglich ein Foto machen.
  5. Die Sichtung über www.beewarned.de melden.

Laut den bereitgestellten Informationen sollen Sichtungen der Asiatischen Hornisse mit Foto über die Meldeplattform beewarned.de gemeldet werden.

Wichtig: Wespenfallen sind verboten, da dadurch zahlreiche andere, auch geschützte Arten getötet werden können.

Dochttöpfe helfen beim Monitoring

Eine Möglichkeit, das Vorkommen der Asiatischen Hornisse besser zu beobachten, sind sogenannte Dochttöpfe. Diese dienen nicht der Bekämpfung, sondern dem Monitoring. Tiere können an der Lockflüssigkeit naschen, ohne darin zu ertrinken. Verdächtige Tiere sollen fotografiert und anschließend gemeldet werden.

Die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau empfiehlt das Monitoring mit Dochttöpfen insbesondere in der Zeit von Juli bis Oktober, jeweils in der ersten Woche. Als Lockflüssigkeit wird eine Mischung aus je einem Drittel lieblichem Wein, dunklem Bier und zuckerhaltigem Sirup genannt.

Wer einen Dochttopf aufstellt, sollte ihn gut sichtbar kennzeichnen, damit er nicht versehentlich entfernt wird. Dafür gibt es entsprechende Hinweisschilder mit dem Hinweis „Bitte stehen lassen“ und dem Verweis auf die Meldeseite.

Warum jede Meldung wichtig ist

Je früher einzelne Tiere oder Nester entdeckt werden, desto besser kann die weitere Ausbreitung eingeschätzt und eingedämmt werden. Gerade jetzt, wo die Asiatische Hornisse erstmals im Landkreis Donau-Ries nachgewiesen wurde, ist die Mithilfe der Bevölkerung besonders wichtig.

Wer in Gärten, Streuobstwiesen, an Waldrändern, in der Nähe von Bienenständen oder bei Spaziergängen verdächtige Tiere beobachtet, kann mit einer einfachen Fotomeldung einen wichtigen Beitrag leisten.

Fazit

Die Asiatische Hornisse ist im Landkreis Donau-Ries angekommen. Panik ist nicht angebracht, Aufmerksamkeit aber schon. Wer die wichtigsten Merkmale kennt, Sichtungen dokumentiert und meldet, hilft Imkern, Naturschutz und Behörden dabei, die invasive Art frühzeitig zu erfassen.

Bitte beachten: Nester nicht selbst entfernen, Abstand halten und verdächtige Funde mit Foto über www.beewarned.de melden.